Casino Kitzbühel
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Offizielle Richtlinien zur Geldwäscheprävention und Kundenidentifizierung im Casino Kitzbühel.

AML / KYC Policy Casino Kitzbühel

1. Geltungsbereich und Zweck

Diese AML / KYC Policy beschreibt Verfahren und Pflichten zur Geldwäscheprävention (Anti-Money Laundering, AML) und Kundenidentifizierung (Know Your Customer, KYC) im Casino Kitzbühel. Casino Kitzbühel wird von der Casinos Austria AG betrieben und unterliegt dem österreichischen Glücksspielgesetz (GSpG) sowie dem Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GwG). Die Konzessionierung und Aufsicht erfolgen durch das Bundesministerium für Finanzen (BMF).

Als Spielbank besteht eine gesetzliche Verpflichtung, alle Gäste zu identifizieren, Transaktionen zu überwachen und verdächtige Aktivitäten an die österreichische Geldwäschemeldestelle (Financial Intelligence Unit, FIU) im Bundeskriminalamt zu melden. Diese Policy gilt für alle Besucher und Spielteilnehmer im Casino Kitzbühel, Hinterstadt 24, 6370 Kitzbühel.

2. Identitätsprüfung und Zutrittskontrolle

2.1 Ausweispflicht

Der Zutritt zu Casino Kitzbühel ist ab dem vollendeten 18. Lebensjahr gestattet. Jeder Gast hat beim Eintritt einen gültigen amtlichen Lichtbildausweis vorzulegen. Akzeptiert werden insbesondere:

  • Reisepass
  • Personalausweis
  • Führerschein (mit Lichtbild)

Der Ausweis wird durch das zuständige Personal geprüft. Identität, Geburtsdatum und Gültigkeit des Dokuments werden kontrolliert. Ohne gültigen Ausweis ist der Zutritt nicht möglich.

2.2 Datenerfassung

Beim Erstbesuch werden folgende Daten elektronisch erfasst und gespeichert:

  • Vor- und Nachname
  • Geburtsdatum
  • Ausweistyp und -nummer
  • Ausstellungsstaat
  • Zeitpunkt des Besuchs

Diese Daten dienen der Erfüllung der KYC-Pflichten, der Einhaltung von Zutrittssperren (Spielerschutz) und der Dokumentation im Rahmen der Geldwäscheprävention. Die Aufbewahrungsfrist beträgt mindestens fünf Jahre ab dem letzten Besuch.

2.3 Glückscard

Stammgäste können eine Glückscard beantragen. Diese Kundenkarte ist personengebunden und mit den erfassten KYC-Daten verknüpft. Die Glückscard dient der Punktesammlung bei Spielaktivitäten und ermöglicht die Teilnahme an Promotions. Sie ist zugleich Bestandteil eines risikobasierten AML-Systems, da Spielverhalten und Transaktionen dem jeweiligen Kundenprofil zugeordnet werden.

3. Transaktionsüberwachung und Risikoklassifizierung

3.1 Laufende Überwachung

Alle Transaktionen und Spielaktivitäten im Casino Kitzbühel werden laufend überwacht. Dazu gehören insbesondere:

  • Bargeldein- und -auszahlungen
  • Kauf und Rücktausch von Jetons
  • Einsätze an Tischspielen und Automaten
  • Nutzung der Glückscard

Ein internes System bewertet Transaktionen anhand festgelegter Risikoindikatoren. Bei Auffälligkeiten erfolgt eine manuelle Prüfung durch geschultes Compliance-Personal.

3.2 Risikoindikatoren

Folgende Muster können auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung hinweisen:

  • Ungewöhnlich hohe Bargeldbeträge ohne erkennbaren Spielzweck
  • Kauf von Jetons mit unmittelbarem Rücktausch ohne Spieleinsatz
  • Aufsplittung von Transaktionen (Smurfing)
  • Auffällige Häufigkeit von Ein- und Auszahlungen
  • Nutzung durch Dritte oder Stellvertreter
  • Widersprüchliche Angaben zur Herkunft der Mittel

Bei Vorliegen solcher Indikatoren werden erweiterte Prüfungen durchgeführt.

3.3 Risikoklassifizierung

Jeder Gast wird intern einer Risikoklasse zugeordnet:

  • Standardrisiko: Reguläre Besucher mit unauffälligem Verhalten
  • Erhöhtes Risiko: Hohe Einsätze, häufige Besuche, unklare Mittelherkunft
  • Hohes Risiko: Politisch exponierte Personen (PEPs), Gäste aus Hochrisikoländern, auffällige Transaktionsmuster

Die Klassifizierung wird laufend aktualisiert und bestimmt die Intensität der Überwachung und der anzuwendenden Sorgfaltspflichten.

4. Enhanced Due Diligence (erweiterte Sorgfaltspflichten)

Bei Gästen mit erhöhtem oder hohem Risiko gelten erweiterte Sorgfaltspflichten, insbesondere:

  • Befragung zur Herkunft der Mittel (Source of Funds, SoF)
  • Dokumentation des wirtschaftlichen Hintergrunds (Source of Wealth, SoW)
  • Häufigere und vertiefte Überprüfung der Spielaktivität
  • Einholung zusätzlicher Nachweise (z. B. Einkommensnachweise, Kontoauszüge)
  • Eskalation an die zentrale Compliance-Abteilung der Casinos Austria AG

Die Durchführung dieser Maßnahmen kann den Spielbetrieb verzögern oder einschränken. Gäste sind verpflichtet, auf Anfrage vollständige und wahrheitsgemäße Auskünfte zu erteilen sowie erforderliche Unterlagen vorzulegen. Bei Verweigerung oder unzureichenden Angaben können Transaktionen abgelehnt oder der Zutritt verweigert werden.

5. Verdachtsmeldungen

Liegt ein begründeter Verdacht auf Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung oder sonstige strafbare Handlungen vor, besteht eine gesetzliche Verpflichtung, unverzüglich eine Verdachtsmeldung an die FIU zu erstatten. Die Meldung erfolgt vertraulich. Der betroffene Gast wird darüber nicht informiert (Tipping-off-Verbot).

Bis zur Klärung durch die zuständigen Behörden können Transaktionen ausgesetzt, Auszahlungen verweigert oder der Zutritt zum Casino gesperrt werden.

6. Aufbewahrung und Datenschutz

Alle im Rahmen von AML und KYC erhobenen Daten und Dokumente werden mindestens fünf Jahre ab Beendigung der Geschäftsbeziehung oder ab dem letzten Besuch aufbewahrt. Die Verarbeitung erfolgt auf Grundlage gesetzlicher Verpflichtungen gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO und dient ausschließlich der Erfüllung von AML- und KYC-Pflichten sowie der Einhaltung von Spielerschutzmaßnahmen.

Zugriff auf diese Daten haben ausschließlich autorisierte Mitarbeiter der Compliance-, Sicherheits- und Rechtsabteilungen sowie Aufsichtsbehörden und Strafverfolgungsbehörden im Rahmen ihrer gesetzlichen Befugnisse.

7. Schulung und interne Kontrolle

Alle Mitarbeiter von Casino Kitzbühel werden regelmäßig zu AML- und KYC-Themen geschult. Die Schulungen umfassen insbesondere:

  • Erkennung von Geldwäscheindikatoren
  • Durchführung von Identitätsprüfungen
  • Umgang mit Verdachtsfällen und Meldepflichten
  • Datenschutz und Vertraulichkeit

Das interne Kontrollsystem wird laufend überprüft und an aktuelle gesetzliche Anforderungen sowie an die jeweils aktuelle Risikobewertung angepasst.

8. Verantwortung und Kontakt

Die Verantwortung für die Umsetzung dieser Policy liegt bei der Geschäftsleitung von Casino Kitzbühel und der zentralen Compliance-Abteilung der Casinos Austria AG.

Bei Fragen zu AML- oder KYC-Verfahren stehen die Mitarbeiter im Casino zur Verfügung oder es kann folgender Kontaktweg genutzt werden:

  • Telefon: +43 5356 62300
  • E-Mail: [email protected]
  • Adresse: Casino Kitzbühel, Hinterstadt 24, 6370 Kitzbühel, Österreich

9. Änderungen

Es bleibt vorbehalten, diese Policy jederzeit an geänderte gesetzliche Vorgaben oder interne Risikobewertungen anzupassen. Änderungen werden im Casino ausgehängt und auf Anfrage erläutert.